Britisches Pfund im Blickpunkt (Juli 2020)

Flagge Großbritannien
Stand: 31. Juli 2020 | Lesezeit: 3 Minuten

Währungsentwicklung

Im Betrachtungszeitraum von Mitte Juni bis Mitte Juli verharrte das britische Pfund gegenüber dem Euro in einer relativ engen Handelsspanne. Die zunehmende Wahrscheinlichkeit eines harten Brexit sowie die Verabschiedung der Hilfsprogramme der EU gaben abschließend erneut wiederum den Ausschlag für eine leichte Abschwächung der Währung. So sank das Pfund gegenüber dem Euro um 0,2 Prozent. Er legte um 0,19 britische Pence auf 0,9035 britische Pfund zu. Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit der EU laufen auf Hochtouren, bislang jedoch ohne nennenswerten Erfolg. Zwar hatten die Verhandlungsparteien vor einigen Wochen signalisiert, dass man bemüht sei, Kompromisse in den schwierigen Fragen der Fischereirechte und der regulatorischen Anpassung zu finden, doch auch dieser Vorstoß war vergebens.

Stattdessen scheinen hinter den Kulissen nun die Vorbereitungen auf einen harten Schnitt zwischen der EU und Großbritannien hochgefahren zu werden. In Großbritannien hat sich offenbar die Überzeugung durchgesetzt, dass dies nicht nur politisch wünschenswert, sondern auch wirtschaftlich verkraftbar wäre. Man sollte meinen, dass die Angst vor einem harten Brexit heute größer ist als vor Beginn der Pandemie. Das Gegenteil scheint jedoch der Fall zu sein. In Westminster spekuliert man anscheinend, dass die wirtschaftlichen Schäden hinter Corona „versteckt“ werden könnten.

Die Realität dürfte jedoch anders aussehen, denn der größte Schaden käme erst, nachdem die Wirtschaft begonnen hat, sich von der Corona-Krise zu erholen. Mit anderen Worten, mit einer beginnenden Wirtschaftsbelebung würde der harte Schnitt mit der EU dieser Erholung ein jähes Ende setzen. Dies dürfte sich schwerlich verschleiern lassen. Die kontinuierliche Weigerung, ein Übereinkommen mit der EU zu treffen, dürften dem Pfund zunächst weiter zusetzen.

Zinsen

Die englische Notenbank hat mit aggressiven Maßnahmen auf die Corona-Krise reagiert: Der Leitzins wurde auf 0,10 Prozent gesenkt, das Anleihekaufprogramm weiter aufgestockt. Vor dem Hintergrund der negativen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und des sich abzeichnenden harten Brexit ist eine Straffung der britischen Geldpolitik derzeit undenkbar.

Empfehlung

Das britische Pfund ist für Kreditnehmer – mit überwiegenden Einkünften in Euro – kurz-, mittel- und langfristig spekulativ.

Kurzfristig umfasst den Prognosezeitraum der kommenden zwölf Monate, mittelfristig rund drei Jahre und langfristig rund fünf Jahre. Spekulativ bedeutet dabei, dass mit hohen Währungsschwankungen zu rechnen.

Break-Even-Kurse

Der Break-even-Kurs gibt jenen Euro-Kurs an, bei dem der Zinsvorteil respektive der Zinsnachteil durch die Währungsveränderung ausgeglichen wird.

1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre
0,9103 0,9563 1,0090

 

Währungsprognose (Kursentwicklung Euro zu Britischem Pfund)

Kurzfristig (3 Monate): seitwärts
Mittelfristig (6 Monate): seitwärts
Langfristig (12 Monate): Wert des Euro sinkt gegenüber dem britischen Pfund

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