Euro im Blickpunkt (August 2020)

Flagge Europa
Stand: 26. August 2020 | Lesezeit: 2 Minuten

Konjunktur/Inflation

Die Lockerungen der Corona-Einschränkungen zeigen erste positive Wirkungen in den Stimmungsindikatoren und Wirtschaftsdaten. Eine tiefe Rezession im Euro-Raum ist aufgrund der Corona-Krise im aktuellen Jahr aber nicht zu verhindern. Im kommenden Jahr sollte es dann zu einem deutlichen Aufschwung kommen. So erwarten wir vom geplanten EU-Aufbaufonds in Höhe von 750 Mrd. Euro ab dem kommenden Jahr einen merklichen Konjunkturstimulus. Vor allem die südeuropäischen Länder dürften vom EU-Aufbaufonds besonders profitieren. Für das Jahr 2020 erwarten wir moderat höhere Inflationsraten.

Rentenmarktentwicklung

Am Kapitalmarkt ist derzeit eine gewisse Zuversicht auszumachen, dass das Schlimmste der Corona-Krise bereits ausgestanden ist. Wir mahnen etwas zur Vorsicht. Auf Sicht von drei Monaten sehen wir die zehnjährigen Renditen weiter auf niedrigem Niveau (-0,40 Prozent). Erfüllen sich unsere Erwartungen, wonach die konjunkturelle Erholung in den kommenden Monaten weiter voranschreitet, sollten die Bundrenditen moderat höher tendieren.

Zielrichtung ist hierbei zum Jahresende ein Niveau um -0,30 Prozent. Einem ausgeprägten Renditeanstieg steht unter anderem entgegen, dass im Herbst erneut steigende Corona-Fallzahlen nicht ausgeschlossen werden können. Allerdings erscheint uns in diesem Fall ein erneuter Lockdown wenig wahrscheinlich. Auf Jahressicht sollten die zehnjährigen Bundrenditen noch etwas höher tendieren und sich im Bereich um -0,20 Prozent einpendeln. Der Aufwärtsspielraum der Bundrenditen wird allerdings durch die ultraexpansive EZB-Geldpolitik limitiert.

Geldpolitik

Die Europäische Zentralbank (EZB) versucht, mit dem Pandemic Emergency Purchase Program (PEPP) in Höhe von 1.350 Mrd. Euro steigende Finanzierungskosten für Staaten und Unternehmen zu verhindern. Damit der Kreditfluss in der Eurozone nicht abreißt, hat die EZB zudem die Konditionen für die TLTROs verbilligt. Die Banken haben damit einen Anreiz, weiterhin Kredite zu vergeben.

Außerdem kommen fiskalpolitische Stimuli von Regierungsseite. Der Aufschwung, sollte die Pandemie einmal unter Kontrolle gebracht werden, wird daher mit einer kräftig steigenden Staatsverschuldung erkauft. Gerade in denjenigen Ländern, die schon vor der Pandemie nur einen geringen fiskalpolitischen Spielraum hatten, wird das Thema Schuldentragfähigkeit immer relevanter. Eine Straffung der Geldpolitik in der Eurozone ist daher noch lange Zeit nicht in Sicht.

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