Photovoltaik: Fragen und Antworten zur eigenen Solaranlage

Hausbesitzerpaar ist glücklich mit ihrer Solaranlage auf dem Dach
Stand: 30. September 2020 | Lesezeit: 7 Minuten

Der Wunsch nach mehr Klimafreundlichkeit und finanzieller Unabhängigkeit ist für viele Menschen der Grund, um über den Kauf oder eine Finanzierung einer Solaranlage nachzudenken. Sie verspricht schließlich zahlreiche Vorteile, wirft aber auch einige Fragen auf. Es lohnt sich daher ein genauerer Blick auf das Thema Photovoltaikanlage.

Kurz erklärt, ist Photovoltaik (auch Fotovoltaik oder kurz PV) eine Technologie, um Solarenergie zu sammeln und in elektrische Energie umzuwandeln. Mit einer entsprechenden Anlage kann der Strom für das eigene Haus sozusagen direkt aus der Sonneneinstrahlung generiert und anschließend für die Beleuchtung, für Haushaltsgeräte oder sogar zum Heizen genutzt werden. Wer über den Kauf einer Photovoltaikanlage nachdenkt, sollte daher ganzheitlich an die Sache herangehen, um ein sinnvolles Konzept zu entwerfen. Dadurch können die Käufer bestmöglich von ihrer Investition profitieren.

Wie sieht die Zukunft der Solarenergie aus?

Dass die blauen PV-Anlagen in Deutschland immer mehr zum ganz normalen Landschafts- und Stadtbild gehören, ist kein Zufall. Denn die Energiewende, in deren Zuge die Energie bis zum Jahr 2050 weitgehend treibhausgasneutral generiert werden soll, macht klimafreundliche Alternativen notwendig. Bereits 2022 sollen die letzten Kernkraftwerke abgeschaltet werden. Ein Umstieg auf Kohlekraftwerke ist jedoch nicht die Lösung. Stattdessen sollen „grüne“ Alternativen vorangetrieben werden, wozu beispielsweise folgende Möglichkeiten zur Stromerzeugung gehören:

  • Windkraft
  • Wasserkraft
  • Geothermie
  • Biogene Brennstoffe und Gase
  • Solarthermie
  • Photovoltaik

Ziel ist also, die Natur sowie das Klima durch die Energieerzeugung nicht zusätzlich zu belasten. Diese Arten von Strom werden daher auch als Ökostrom oder eben „grüner“ Strom bezeichnet. In der Solarenergie sehen Experten dabei die vielversprechendste Alternative für die Zukunft. Noch macht Photovoltaik in Deutschland zwar erst 7,4 Prozent der Bruttostromerzeugung aus – doch die Entwicklung der vergangenen Jahre hat eine stark steigende Tendenz gezeigt:

Anteil der Photovoltaik an der Bruttostromerzeugung in Deutschland in den Jahren 2002 bis 2019

Diese steigende Beliebtheit der Solarenergie liegt in ihren zahlreichen Vorteilen begründet. Im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energien, ist die Sonnenenergie unerschöpflich. Als regenerative Energie ist sie außerdem sauber, emissionsfrei und kostenlos verfügbar. Allerdings war lange Zeit die Technologie ein Problem, sprich die Solarenergie konnte nicht zufriedenstellend eingefangen und gespeichert werden. Dadurch war keine konstante Energieversorgung möglich, sondern sie unterlag tageszeitlichen, wetterbedingten, regionalen sowie jahreszeitlichen Schwankungen. Da sich die Photovoltaik-Technologien aber stetig verbessern, gehören diese Nachteile zunehmend der Vergangenheit an.

Welche Vor- und Nachteile hat eine Photovoltaikanlage?

Mittlerweile überwiegen somit die Vorteile einer hauseigenen PV-Anlage, weshalb immer mehr Deutsche in eine solche investieren wollen. Denn neben ihrer Umwelt- und Klimafreundlichkeit bringt die eigene Solaranlage noch weitere Vorzüge mit sich. Aber auch die Nachteile sollen nicht verschwiegen werden:

Vorteile   Nachteile
Stromproduktion auch bei wenig Sonneneinstrahlung Ortsabhängige Funktionsweise – je südlicher, desto lohnenswerter
Unabhängigkeit von den Stromproduzenten Stromlücken bei fehlender Sonneneinstrahlung
Möglichkeit zur Speicherung von Solarstrom, um Schwankungen auszugleichen Hohe Anfangsinvestitionen
Entfallen von Transportwegen für fossile oder regenerative Brennstoffe Unschöne Optik der Solarkollektoren auf dem Dach
Gute Energiebilanz trotz Energieverbrauch bei der Produktion der Solaranlage Regelmäßiger Austausch des Wechselrichters notwendig – dadurch zusätzliche Kosten
Geringe Amortisationsdauer der Investition Jährliche Versteuerung – trotz selbst erzeugtem Strom
Möglichkeit zur Nutzung von staatlichen Krediten und Zuschüssen
Möglichkeit zur Einspeisung überschüssiger Energie
Zusätzliche Einnahmen durch die Einspeisevergütung
Geringe laufende Kosten
PV-Anlagen sind geräuschlos und wartungsarm
Lange Lebensdauer von 20+ Jahren

Zusammenfassend lässt sich somit sagen, dass für viele Menschen neben der Klimafreundlichkeit auch die Unabhängigkeit ein wichtiger Grund ist, um in eine Photovoltaikanlage zu investieren. Denn die stetig steigenden Strompreise haben Energie in den vergangenen Jahren erheblich verteuert – und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. Mit einer Solaranlage sind die Nutzer hingegen unabhängig von den Stromproduzenten. Durch die Einspeisung von überschüssigem Strom generieren sie sogar zusätzliche Einnahmen. Die Investition in die PV-Anlage amortisiert sich daher trotz laufender Kosten für Wartung & Co im Regelfall schon nach wenigen Jahren. Seitdem auch die Möglichkeiten zur Speicherung von Strom immer besser werden, müssen zudem keine Versorgungslücken bei schlechtem Wetter mehr befürchtet werden. Das macht eine (beinahe) autonome Stromversorgung möglich – je nach Anlagenrgöße und Speicherkapazitäten. Zuletzt sind es die staatlichen Förderungen, welche für die steigende Beliebtheit der Solaranlagen sorgen.

Wie viel kostet eine Solaranlage?

Die hohen Anfangsinvestitionen mögen auf manche Menschen abschreckend wirken. Unter dem Strich sparen sie durch eine PV-Anlage aber in der Regel viel Geld. Wie viel die Photovoltaikanlage kostet, lässt sich natürlich nicht pauschal sagen. Schließlich hängt der Preis von verschiedenen Faktoren, wie der Anlagengröße oder Ausstattung ab. Die Anlage selbst liegt inklusive Einbau sowie bei einer mittleren Größe (etwa 5.400 kWh pro Jahr) meist zwischen 8.000 und 9.000 Euro. Hinzu kommen eventuelle Kosten für einen Stromspeicher oder eine Wärmepumpe, falls mit dem Solarstrom auch geheizt werden soll. Fakt ist also, dass sich die Anfangsinvestitionen meist im fünfstelligen Bereich bewegen.

Da Photovoltaikanlagen im gewerblichen Bereich oft deutlich leistungsstärker und somit auch größer sein müssen, liegen hier die Kosten entsprechend höher. Platz gibt es aber im Regelfall ausreichend, zum Beispiel auf dem Dach oder einer Grünfläche. Wichtig ist daher, die Solaranlage nicht zu klein zu konzipieren, um bestmöglich von ihren Vorteilen profitieren zu können. Hinsichtlich der Kosten müssen Unternehmen hierfür mit rund 800 bis 1.000 Euro pro kW zu installierender Leistung rechnen.

Junges Paar prüft zuhause Finanzierung und nutzen den Laptop


Welche Möglichkeiten zur Finanzierung gibt es?

Ein Betrag, den natürlich nicht jeder aus der eigenen Tasche bezahlen kann oder will. Aus diesem Grund gibt es mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten, um die Photovoltaikanlage auch ohne ausreichende Ersparnisse zu finanzieren. Wichtig ist dann aber, nicht nur mit der Anfangsinvestition, sondern auch mit den laufenden Kosten zu kalkulieren, um einen ausreichenden Puffer zu haben. Wer noch mehr Planungssicherheit will, kann die PV-Anlage alternativ mieten. In jedem Fall kann für die (teilweise) Fremdfinanzierung einer Photovoltaikanlage über den fehlenden Betrag ein LuxCredit der DZ PRIVATBANK mit flexiblen Konditionen und Zinsen aufgenommen werden.

Das gilt natürlich ebenso für gewerbliche Investitionen. Auch immer mehr Unternehmen möchten die Vorteile einer eigenen PV-Anlage für sich nutzen. Schließlich bringen sie oft beste Grundvoraussetzungen mit, beispielsweise viel Platz auf den Gebäudedächern oder Freiflächen, um entsprechende Module zu installieren.

Weiterhin können verschiedene staatliche Förderungen genutzt werden, um die Kosten für eine Photovoltaikanlage zu drücken. Dazu gehören folgende Möglichkeiten:

  • Förderprogramme der Bundesländer
  • Regionale Förderprogramme
  • Vergünstigte Kredite durch die KfW oder Umweltbank
  • Einspeisevergütung

Es hängt somit stark vom Einzelfall ab, ob solche Förderprogramme genutzt werden können und welche. Zudem gehen diese oft mit Auflagen einher, beispielsweise bezüglich des Anlagentyps. Die Fördermöglichkeiten bieten somit zwar meist Vorteile wie vergünstigte Zinsen, aber eben auch Nachteile, die eine klassische Kreditfinanzierung attraktiver machen können. Hier muss schlussendlich jeder selbst das Modell finden, das zu den eigenen Vorstellungen sowie finanziellen Möglichkeiten am besten passt. Häufig ist auch eine Kombination aus Förderung und klassischer Finanzierung sinnvoll.

Worauf muss ausserdem geachtet werden?

Es gibt demnach viele verschiedene Arten von Photovoltaikanlagen und ebenso viele Möglichkeiten für deren Finanzierung. Somit ist es wichtig, vor dem Kauf die richtigen Entscheidungen zu treffen. Nur dann ist eine passgenaue und günstige Lösung möglich. Folgende Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle:

  • Ist die Installation einer PV-Anlage überhaupt möglich?
  • Welche gesetzlichen Bestimmungen gelten?
  • Ist die Zustimmung durch (Mit-) Eigentümer notwendig?
  • Soll die Solaranlage gekauft oder gemietet werden?
  • Welche Ziele soll die PV-Anlage erfüllen (Strom, Heizen, Einspeisevergütung, Elektroauto aufladen, etc.)?
  • Wie groß muss die Photovoltaikanlage sein, um diese Ziele zu erfüllen?
  • Wie kann der Eigenverbrauch gesteigert werden?
  • Sollen zusätzliche Ausstattungen installiert werden (Stromspeicher, Wärmepumpe, etc.)?
  • Stehen Fördermittel zur Verfügung und welche?
  • Wie kann die Finanzierung (außerdem) gestemmt werden?

Montage einer Solaranlage durch Fachfirma

Sind all diese Fragen geklärt, so empfiehlt es sich, verschiedene Angebote einzuholen und diese miteinander zu vergleichen. Denn die Anbieter unterscheiden sich nicht nur preislich stark, sondern auch hinsichtlich ihrer Serviceleistungen. So kann das beste Preis-Leistungs-Verhältnis gefunden werden. Nach dem Kauf dürfen die Eigentümer zudem nicht vergessen, ihre Photovoltaikanlage ordnungsgemäß anzumelden und zu versichern, beispielsweise über die Wohngebäude- oder eine spezielle Photovoltaikversicherung. Einmal in Betrieb, sollten außerdem regelmäßig die Funktion und der Ertrag der Anlage kontrolliert werden.

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2 Kommentare

Das haben Sie alles sehr schön in dem Artikel herausgearbeitet und insgesamt ist eine PV-Anlage bzw. eine PV-Anlage mit Stromspeicher empfehlenswert. Wir haben grundsätzlich Spass dran, auch wenn wir nach 8 Jahren einen neuen Wechselrichter für € 2.000 erwerben mussten.

Soweit man neu baut, sollte man überlegen, ob es denn Tonziegel sein müssen oder ob auch Betonziegel (günstiger) ausreichend sind. Außerdem kann man moderne Luftwärmepumpen mit dem Wechselrichter koppeln, dass sollte man bei der Aufstellung der Geräte (Leitungen, kurze Wege) berücksichtigen. Dies sind aber nur Tipps und soll nicht verwirren.

Was mir aber in dem Artikel fehlt (ich will jetzt kein Stromsparfetischist sein), ist die Tatsache, dass der Strom, den man mit der Anlage selbst erzeugt und den man SELBST verbraucht am Jahresende versteuern werden muss!!! Sicherlich Bevor man für die kWh nun 0,30 € zahlt, ist der selbsterzeugte Strom immer noch günstiger.
Ich kann es dennoch nicht nachvollziehen, warum ich den selbsterzeugten Strom versteuern muss. Ich versteuere ja auch nicht die Äpfel von meinem Apfelbaum oder den Kuchen, den ich davon backe.

Diesen Umstand finde ich sehr, sehr, sehr ärgerlich, was Anlagen auf Wohnhäusern betrifft.

Unterm Strich kann ich aber jedem zu einer PV-Anlage und zu einem Stromspeicher raten.

Hallo Herr Theis,

für Ihren ausführlichen Kommentar und Ihre bereits gesammelten Erfahrungen mit Ihrer PV-Anlage möchte ich mich bedanken.
Ich bin mir sicher, dass er dazu beiträgt, interessierten Lesern die Entscheidung hinsichtlich Anschaffung einer Solaranlage zu erleichtern.

Ihr Hinweis zur Versteuerung ist ein guter Punkt, den wir in unsere Tabellenspalte „Nachteile“ mit aufnehmen werden.

Schöne Grüße
Jörg Reichert

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